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Schilddrüsenkrebs: Klinik, Diagnose, Therapie (Teil 1)

  • Autorenbild: mate trogrlic
    mate trogrlic
  • 13. Jan. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Klinik

Schilddrüsenkrebs ist eine seltene Erkrankung, die in Deutschland jährlich bei etwa 7.000 Menschen diagnostiziert wird (2528 Fälle in Österreich im Jahr 2021 laut Statistik Austria).

Die meisten Schilddrüsenkrebserkrankungen treten bei Menschen im Alter von 40 bis 60 Jahren auf. Männer sind seltener betroffen als Frauen.


Die Symptome von Schilddrüsenkrebs sind in der Regel unspezifisch und können auch durch andere Erkrankungen verursacht werden.


Dazu gehören:

  • Knoten in der Schilddrüse

  • Eine Schwellung im Hals

  • Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen

  • Heiserkeit

  • Müdigkeit

  • Gewichtsverlust


Früherkennung und Vorsorge

Es gibt keine allgemeingültigen Empfehlungen zur Früherkennung von Schilddrüsenkrebs. Bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Schilddrüsenkrebs, wie z. B. bei familiärer Veranlagung, kann eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse sinnvoll sein.


Eine allgemeine Vorsorgemaßnahme für Schilddrüsenkrebs ist die Jodversorgung. Jod ist ein essentielles Spurenelement, das für die Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt wird. Ein Jodmangel kann das Risiko für Schilddrüsenkrebs erhöhen.


Lebensstilfaktoren

Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das Risiko für Schilddrüsenkrebs zu senken. 


Dazu gehören:

  • Eine ausgewogene Ernährung

  • Regelmäßige Bewegung

  • Nichtrauchen

  • Ein gesundes Körpergewicht


Diagnose

Die Diagnose von Schilddrüsenkrebs wird anhand einer körperlichen Untersuchung, einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse, einer Blutuntersuchung und einer Schilddrüsenszintigraphie gestellt.


Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt einen Knoten in der Schilddrüse tasten.

Die Ultraschalluntersuchung kann die Größe und Form des Knotens sowie die Ausbreitung des Tumors in die umliegenden Strukturen beurteilen.

Die Blutuntersuchung kann die Konzentration der Schilddrüsenhormone TSH, T4 und T3 bestimmen.

Eine Schilddrüsenszintigraphie ist eine radiologische Untersuchung, bei der die Schilddrüse mit radioaktivem Jod, Technetium markiert wird. Die Aufnahme des Jods / Technetiums in die Schilddrüse kann Aufschluss über die Aktivität des Tumors geben.


FNP - Feinnadelpunktion - eine weiter zytologische Abklärung des Knotens.



Therapie

Die Therapie von Schilddrüsenkrebs hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Bei kleinen, gutartigen Tumoren kann eine Operation ausreichen. Bei größeren Tumoren oder Tumoren mit Metastasen ist eine Kombination aus Operation, Radiojodtherapie und Hormontherapie erforderlich.


Operation

Die Operation ist die Standardtherapie bei Schilddrüsenkrebs. Bei der Operation wird die gesamte Schilddrüse oder nur der betroffene Teil der Schilddrüse entfernt.


Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie ist eine weitere wichtige Therapieoption bei Schilddrüsenkrebs. Radiojod ist ein radioaktives Element, das von Schilddrüsenzellen aufgenommen wird. Bei der Radiojodtherapie wird radioaktives Jod verabreicht, das dann in die Schilddrüse gelangt und den Tumor zerstören kann.


Lymphknotenmetastasen

Bei etwa 30 % der Patienten mit Schilddrüsenkrebs sind auch die Lymphknoten im Hals befallen. In diesen Fällen ist eine Operation zur Entfernung der befallenen Lymphknoten erforderlich.


Fernmetastasen

In seltenen Fällen können Schilddrüsenkrebszellen auch in andere Organe des Körpers, wie Knochen, Lunge oder Leber, streuen. In diesen Fällen ist eine Kombination aus Operation, Radiojodtherapie und Hormontherapie erforderlich.


Suppressionstherapie mit Euthyrox oder Thyrex

Nach der Operation oder Radiojodtherapie wird in der Regel eine Suppressionstherapie mit Euthyrox oder Thyrex durchgeführt. Euthyrox und Thyrex sind Medikamente, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen hemmen. Die Suppressionstherapie soll verhindern, dass der Tumor wieder wächst.


Kontrolle

Nach der Behandlung von Schilddrüsenkrebs ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich. Die Kontrolle sollte zunächst in kurzen Abständen erfolgen und dann in größeren Abständen. Bei der Kontrolle werden die Schilddrüse untersucht, Blutuntersuchungen durchgeführt und gegebenenfalls eine Radiojodtherapie durchgeführt.


Thyreoglobulinwert

Der Thyreoglobulinwert (Tg) ist ein wichtiger Parameter zur Überwachung von Patienten mit Schilddrüsenkrebs. Ein erhöhter Tg-Wert kann auf einen erneuten Tumorwachstum hindeuten. Der Zielthyreoglobulinwert sollte unter 0,1 ng/ml liegen.


Papillares Schilddrüsenkarzinom

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom ist der häufigste Typ von Schilddrüsenkrebs. Es macht etwa 80 % aller Schilddrüsenkarzinome aus. Das papilläre Schilddrüsenkarzinom wächst in der Regel langsam und hat eine gute Prognose.


Die Heilungschancen bei einem papillären Schilddrüsenkarzinom sind sehr gut, wenn der Tumor frühzeitig diagnostiziert und behandelt ist.


Fazit

Schilddrüsenkrebs ist eine gut behandelbare Erkrankung. Die Heilungschancen sind bei frühzeitiger Diagnose und Therapie sehr gut.






 
 
 

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