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Jodhaltige CT-Kontrastmittel und Schilddrüsenfunktionsstörungen

  • Autorenbild: mate trogrlic
    mate trogrlic
  • 13. Jan. 2024
  • 2 Min. Lesezeit






Einleitung


Jodhaltige CT-Kontrastmittel werden in der medizinischen Radiologie zur Verbesserung der Darstellung von Organen und Strukturen eingesetzt. Sie werden entweder intravenös oder oral verabreicht. Jodhaltige Kontrastmittel sind in der Regel gut verträglich, können jedoch bei bestimmten Patientengruppen zu Schilddrüsenfunktionsstörungen führen.


Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ im Hals, das für die Produktion der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) verantwortlich ist. Diese Hormone regulieren den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung des Körpers.


Wirkung von jodhaltigen CT-Kontrastmitteln auf die Schilddrüse

Jodhaltige CT-Kontrastmittel werden von der Schilddrüse aufgenommen und können zu einer vorübergehenden Überfunktion (Hyperthyreose) führen.


Überfunktion

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse produziert die Schilddrüse zu viel T3 und T4. Dies kann zu Symptomen wie Herzrasen, Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit und Nervosität führen. Die Überfunktion tritt in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Verabreichung des Kontrastmittels auf und klingt in der Regel innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab.


Risikofaktoren für Schilddrüsenfunktionsstörungen

Das Risiko für Schilddrüsenfunktionsstörungen durch jodhaltige CT-Kontrastmittel ist bei folgenden Patientengruppen erhöht:

  • Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen, wie z. B. einer Schilddrüsenüberfunktion, einer Schilddrüsenkrebserkrankung

  • Patienten mit einer familiären Vorgeschichte von Schilddrüsenerkrankungen

  • Patienten mit einer Jobmangelernährung

  • Schwangere und stillende Frauen

  • Struma diffusa, Struma nodosa, langjähriger

Vorbeugung von Schilddrüsenfunktionsstörungen

Um das Risiko für Schilddrüsenfunktionsstörungen zu verringern, kann bei Patienten mit einem erhöhten Risiko vor der Verabreichung des Kontrastmittels eine Schilddrüsenblockade mit Irenat Tropfen durchgeführt werden. Irenat ist ein Medikament, das die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse hemmt.


Irenat

Irenat ist ein Medikament, das zur Behandlung von Schilddrüsenüberfunktionen eingesetzt wird. Es wird auch zur Vorbeugung von Schilddrüsenfunktionsstörungen durch jodhaltige CT-Kontrastmittel eingesetzt.


Irenat®-Tropfen enthalten Natriumperchlorat, einen Wirkstoff aus der Gruppe der Thyreostatika. Die Aufnahme von abgespaltenem Jodid bei Gabe von jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln kann durch Natriumperchlorat kompetitiv gehemmt werden. Das gleiche gilt für die Technetium-Pertechnetat-Aufnahme. Natriumperchlorat soll durch die Blockade der Schilddrüse bei Verabreichung jodhaltiger Kontrastmittel oder schilddrüsengängiger Radiopharmaka die Strahlenbelastung der Schilddrüse gering halten.




Beginn der prophylaktischen Therapie beim Risikopatienten:

Gabe von Perchlorat Tropfen (Irenat) peroral entsprechend dem Beipacktext:

  • Je 40 Tropfen 2-4 Std. vor und nach Kontrastmittelgabe,

  • dann 3 x tgl. 21 Tropfen für 7-14 Tage.

  • Kontrolle der Schilddrüsenfunktion nach spätestens zwei bis vier Wochen

  • Thiamazol nur nach strenger Indikationsstellung

  • Zeitnahe Vorstellung in einem Schilddrüsenzentrum


Dieses Schema wurde im Mai 2016 von der Österreichischen Schilddrüsengesellschaft zusammengestellt.

Verfasser: Wolfgang Buchinger (Gleisdorf, Graz), Alois Gessl (Wien), Michael Krebs (Wien) und Georg Zettinig (Wien)


Fazit

Jodhaltige CT-Kontrastmittel sind in der Regel gut verträglich, können jedoch bei bestimmten Patientengruppen zu Schilddrüsenfunktionsstörungen führen. Das Risiko für Schilddrüsenfunktionsstörungen kann durch eine Schilddrüsenblockade mit Irenat verringert werden.



 
 
 

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